...ein Wiederbelebungs-Thread
Ich hab lange überlegt, ob ich Bilder und die Geschichte zu diesem Rad posten soll oder nicht. Es gibt zum Thema "Radklassiker restaurieren oder so lassen wie sie sind" 2 große Lager, die sich so verhalten wie die Diskussionen zu Shimano oder Campagnolo. Die einen finden geputzte, polierte und neulackierte Radln ihrer Identität beraubt, um ihre Patina kastriert und schlichtweg masakriert. Die anderen mögen gechipte HotRods und verstehen die ersteren überhaupt nicht.
Ich tus trotzdem..
Zur Vorgeschichte:
Begonnen hat alles, als mich der Saufi vom Cycle Circle Mitte November auf ein verdrecktes, gammeliges Rad in einer Ecke seiner Werkstatt aufmerksam gemacht hat. Das Rad war mir als Ganzes ziemlich wurscht, allerdings hab ich bemerkt, dass da scheinbar eine Campa Super Record zumindest in Teilen dran verbaut war. Das Rad war von oben bis unten zugegammelt, die verchromte Gabel teilweise mit Rostpocken gepflastert, ebenso der Hinterbau, sofern man die Chromschicht überhaupt unter dem millimeterstarken Altölkleister erkennen konnte. Die Aufkleber waren durchgängig porös, teilweise haben sie sich abgehoben und waren auch schon stellenweise abgesprungen.
Nach einigen Tagen nachdenken hab ich das Rad zum Ausschlachten der Komponenten mitgenommen. Immer noch kein Interesse an dem pickigen Rahmen hab ich ihn in eine Ecke im Keller gestellt und dort stand er meist unbeachtet bis Weihnachten.
Zuhause ist mir dann ein Aufkleber aufgefallen. Reynold 531 stand drauf. Das hat dann doch die Neugierde geweckt und ich hab mal mit dem Putzfetzen kurz vor Weihnachten begonnen, den allerschlimmsten Dreck runterzuputzen.
Was jetzt folgt, ist in den Tagen um Weihnachten passiert..
Mit dem ersten Putzen sind dann auch die blauen Linierungen an den Muffen und der früher wohl sehr schöne weiße Perleffekt-Lack zum Vorschein gekommen. Also habe ich begonnen, dem Dreck mit Wasser, Spüli, Bremsenreiniger und Lackpolitur (in der Reihenfolge) an den kragen zu gehen. Jetzt aber war ich nicht mehr gänzlich davon überzeugt, dass ich nur den Rahmen abwracke um die Komponenten zu verwerten, denn mit dem Putzen sind mir auch so einige Besonderheiten wie die hohlgebohrten Campagnolo-Ausfallenden und der Schaftvorbau mit "PUCH"-Pantho aufgefallen.
Relativ schnell war klar, dass die Aufkleber nicht zu retten sein werden. Die sind beim Drüberputzen richtig abgesplittert.
Sehr positiv war, dass die verchromte Gabel und der Hinterbau schnell wieder auf Hochglanz waren und die Rostpocken mit Politurwatte entfernbar waren.
Beim Lack hatte ich noch Hoffnung, mit viel Geduld und Politur einen ansehlichen Zustand retten zu können, aber nach mehreren Stunden polieren habe ich den Gedanken dann aufgegeben. Der Lack geht teilweise großflächig entlang der Decals ab und ist stark verkratzt (so verkratzt, dass es mit einfachen polieren nicht wegzukriegen ist) und hat alle Braun-Gelb Schattierungen durch diverse Fettpackungen über die Jahre angenommen. Außerdem dürfte das Rad mal als Malbock gedient haben oder zumindest mehrfach mit einem Pinsel mit brauner Farbe getroffen worden sein.
Fortsetzung folgt...





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